Die Geschichte hinter diesem Stück klingt fast unglaublich – sie ist aber tatsächlich passiert.
Der jüdische Schauspieler Leo Reuss bekam in den 1930er-Jahren aufgrund seiner Herkunft kaum noch Engagements. Also griff er zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er verkleidete sich als uriger Tiroler Bauer– und wurde plötzlich am Wiener Theater in der Josefstadt engagiert und gefeiert.
Felix Mitterer hat aus dieser wahren Begebenheit ein spannendes und zugleich sehr pointiertes Stück gemacht. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur ein Schauspieler, sondern ein Mensch, der gedemütigt wurde und zeigen will, wie absurd eine Ideologie ist, die Menschen allein nach ihrer Herkunft beurteilt. Er stellt den Rassenwahn mit den Mitteln der Komödie bloß.
Doch sein Spiel bleibt nicht ohne Folgen. Der Wunsch nach Anerkennung und Rache wird immer stärker – und bringt schließlich alle Beteiligten in eine gefährliche Lage.
„In der Löwengrube“ erzählt von Ausgrenzung, Identität und menschlichen Schwächen – vor allem aber vom Irrsinn einer Ideologie, die Menschen in Kategorien einteilt und damit über ihren Wert und ihr Leben entscheidet. Ernst und nachdenklich, zugleich pointiert und humorvoll.
